2. Liga: FCH – FC Mümliswil 7:1 (3:0)
Die Tormaschinerie nimmt Fahrt auf
Nach dem Cupfinaleinzug unter der Woche hiess es am Wochenende wieder Meisterschaftsbetrieb. Am Sonntagnachmittag stand dem Fanionteam auf dem heimischen Aesch der FC Mümliswil zum zweitletzten Heimspiel der Saison gegenüber. Die Erinnerungen an den glücklichen Siegtreffer in der Nachspielzeit im Hinspiel hallten noch nach, mit dem Ziel, heute die drei Punkte früher zu sichern.
Nach dem heftigen Regenschauer war der Platz an einigen Stellen gezeichnet, aber trotzdem gut bespielbar. Härkingen übernahm gleich von Beginn das Spieldiktat und wusste den Ballbesitzt kreativ umzusetzen. In der 3. Minute wurde Oumaray über den linken Flügel lanciert, doch noch wurde der Torerfolg durch den Abseitspfiff des Unparteiischen unterbrochen. Wenige Augenblicke später ein ähnliches Schauspiel: So konnte Oumaray in der 6. Minute links aussen angespielt werden, dieser zog gegen innen und zirkelte den Ball sehenswert in den weiten Winkel – Traumtor zum 1:0.
Doch anders als bei den letzten Spielen setzen die Gastgeber die Dominanz fort. Die Mümliswiler sahen zu Beginn kaum den Ball und mussten sich hinten stark mit Defensivarbeiten beschäftigen. S’Eis kam immer wieder gefährlich vors Tor der Gäste. Das vermeintliche 2:0 durch Anderegg nach einem Abstauber nach Freistoss von Micelli wurde jedoch als Offside geahndet. Und auch Büttiker sah seinen Abschluss nach einem Eckball nur an der Latte abprallen.
Doch man drückte weiter und so gelang in der 21. und 24. Minute ein Doppelschlag. Zuerst lösten sich die Heimischen hinten mit einem Ballgewinn durch Büttiker, welcher den Ball tief in die gegnerische Platzhälfte spielte, wo Marti im Sprint heranbrauste und den Ball im 1:1 gegen FCM-Schlussmann zum 2:0-Zwischenstand im Tor unterbrachte. Wenig darauf bekam der FCH an der Strafraumgrenze einen Freistoss zugesprochen. Wernli setze den Ball und zimmerte den Ball punktgenau in den oberen linken Winkel. Was für ein Tor zum 3:0! Das Resultat hätte durchaus auch noch höher sein können, die Torchance von Liechti wurde aber gerade noch so von FCM-Goalie Fluri verhindert.
Ab der 30. Minute bekamen die Gäste etwas mehr Luft und konnten ihrerseits ein paar sehenswerte Ballbesitzphasen verzeichnen. In der heissen Phase war die Härkinger Defensive aber auf der Höhe und konnten alles abgeklärt wegverteidigen. So ging es mit einem 3:0 in die Pause.
Nach der Pause legte der FCH gleich wieder los. So war es erneut Wernli, welcher den Ball schlussendlich ins Tor schlenzte, nachdem sich die Härkinger in der gegnerischen Zone festsetzen konnten – 4:0. In der Folge versuchten die Mümliswiler vehementer einen Treffer zu erzielen und setzte die Defensive des FCH früher unter Druck. Doch das Heimteam löste sich immer wieder gekonnt und konnte über die Mittelfeldmotoren Wernli, Micelli und Büttiker immer wieder gefährlich in die gegnerische Hälfte vorstossen. So konnte s’Eis in der 73. Minute dann auch den 5. Treffer feiern. Erwähnenswert ist sicher auch der Seitfallrückzieher von Oumaray, welcher nach einem Flankenball von der rechten Seite zum Luftsprung ansetzte, den Torerfolg jedoch vom linken Pfosten verhindert sah.
Doch auch die Mümliswiler liessen nicht locker und konnten nach einem unglücklichen Aufbaufehler den Ehrentreffer bejubeln. Arnold konnte am rechten Strafraumeck den Ball gewinnen und mit seinem Briefkastenabschluss (Gedanken an unseren Pöstler Muther, welcher die Zeit in Afrika geniesst) Torwart Lisser düpieren (ich darf ja sagen, dass ich da alt ausgesehen habe).
Doch Härkingen war heute einfach bissiger (oder gätziger, oder gitzig? – Y.O.) und suchte den nächsten Treffer. Jetzt konnte der eingewechselte Rauber jubeln, nachdem FCM-Torwart Fluri in der 84. Minute den eigenen Spieler im Rücken traf und Rauber so allein mit dem Ball auf den Goalie losziehen konnte. Für den Abschluss der Torausbeute war in der 87. Minute wiederum Wernli zuständig, welcher seinen 4. Treffer (Hattrick in der zweiten Halbzeit, 14. Saisontreffer) erzielte nach einem Abschlussmarathon. So scheiterten zuerst Büttiker und auch Marti aus nächster Nähe, bevor dann Wernli den Ball endlich über die Linie drücken konnte – 7:1 Schlussstand.
Fazit: Ganz nach dem Motto «Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss» konnte man die letzten Partien schlussendlich «gut»-reden. So war es heute sicherlich für das Trainergespann mal gut, weniger zittern zu müssen (sind ja nicht mehr die Jüngsten).
Heute konnte man die Ballbesitzdominanz kreativ umsetzen und den Ball über die Mitte immer wieder in die Gefahrenzone bewegen. Auch defensiv stand man bis auf eine Ausnahme sauber. Weiter sah man die Spielfreude und der absolute Wille, den Ball in den eigenen Füssen zu haben bei allen FCH-Akteuren. Kompliment!
Klatsch nach dem Spiel:
- Franz: «Nur einer hatte Eisen unter den Füssen, das kann nicht sein, bei mir würden alle anderen nicht spielen». Eiskunstläufer Oumaray hatte dafür nur ein müdes Lächeln übrig.
- Fehler des Berichtverfassers vom Spiel gegen den FC Riedholz: Der Assist zum 1:0 geht nicht an Müller, sondern an Rauber. Dies soll hier doch noch mal untermauert werden, damit man nicht immer nur von den Offsides spricht.
- Baumgartner meint tatsächlich, er habe den Geschwindigkeitsrekord der 2. Liga gebrochen. Die GPS-Auswertung wird es zeigen.
- Offenbar wäre es sinnvoll, in einem Training anzuschauen, wie man sich richtig aufwärmt.
- Schwegler: Geniesst das Wetter, so müssen wir nachher auch nicht mehr duschen.
- Ohren auf, wenn etwas gesagt wird (Nein, das kommt nicht von einer Lehrperson).
Zum Schluss ein Dankeschön an die Supporterinnen und Supporter des FCH, welche uns heute am Platzrand tatkräftig angefeuert haben und uns anschliessend zu Speis und Trank eingeladen haben.
Daniel Lisser
Telegramm:
Aesch. – 182 Zuschauer. – Tore: 6. Oumaray 1:0. 21. Marti 2:0. 24. Wernli 3:0. 49. Wernli 4:0. 73. Wernli 5:0. 79. Arnold 5:1. 84. Rauber 6:1. 87. Wernli 7:1.
Härkingen: Lisser; Wyss (63. Wermuth), Anderegg, Baumgartner, Müller (78. Schwegler); T. Büttiker, Wernli, Micelli; Oumaray (71. Graber), Liechti (63. Rauber), Marti (78. Gerber).
Mümliswil: Fluri; Kamber, Nussbaumer, Simic (83. Bader), Ackermann; Wyser (76. Wyser), Petrovic (46. Gisler), Büttler, Arnold, Ambühl (64. Hackel); Berger (64. Obrecht).
Bemerkungen: Härkingen ohne Baumgartner, Heutschi, Rietschin, Nunes, Schwegler, Schmidt, J. Büttiker. Verwarnung: 43. Berger.